{"id":898,"date":"2023-06-20T14:36:08","date_gmt":"2023-06-20T12:36:08","guid":{"rendered":"http:\/\/xn--ffw-rtzlingen-ffb.de\/?page_id=898"},"modified":"2023-06-20T16:27:52","modified_gmt":"2023-06-20T14:27:52","slug":"geschichte-der-wehr","status":"publish","type":"page","link":"http:\/\/xn--ffw-rtzlingen-ffb.de\/?page_id=898","title":{"rendered":"Geschichte der Wehr"},"content":{"rendered":"\n<p><strong>Die Freiwillige Feuerwehr R\u00e4tzlingen gibt es bereits \u00fcber 130 Jahre.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p><strong>Gegr\u00fcndet wurde die Wehr am 12. Juni 1892.<\/strong><\/p>\n\n\n\n<p>H\u00e4user mit Strohdach waren in fr\u00fcheren Zeiten vor allem auf dem Lande der Gefahr eines Brandes ausgesetzt. Die typischen Niedersachsenh\u00e4user hatten keinen Schornstein, denn der Rauch des offenen Herdfeuers zog durch das Stroh des Daches ab. In ung\u00fcnstigen F\u00e4llen konnte es geschehen, dass Funken bis an das Strohdach flogen und es in Brand setzten. Zudem schlug der Blitz in l\u00e4ndlichen Gebieten wesentlich h\u00e4ufiger in Geb\u00e4ude ein als in St\u00e4dten. Ein Blitzschlag in ein Strohdachhaus f\u00fchrte meist zu Totalverlust. L\u00f6schhilfe durch die M\u00e4nner des Dorfes sowie das Bereithalten von ledernen Wassereimern waren somit seit langem Pflicht in den D\u00f6rfern. Um n\u00f6tigenfalls das Strohdach einrei\u00dfen zu k\u00f6nnen, geh\u00f6rten auch Stangen mit eisernen Haken zur Brandschutzausr\u00fcstung.<br>In R\u00e4tzlingen hatte es im 19. Jahrhundert mehrere gro\u00dfe Br\u00e4nde gegeben. Weil man aber mit L\u00f6scheimern und Feuerhaken allein gegen die Macht des Feuers nicht viel ausrichten konnte, entschloss sich die Gemeinde R\u00e4tzlingen 1870 eine Handdruckspritze der Uelzener Firma Hermann Holtzendorf &#8222;Herholtz&#8220; anzuschaffen. Mit ihr war mehr Wasser aus Brunnen zur Brandstelle zu schaffen als mit der bis dahin \u00fcblichen von Hand zu Hand gehenden &#8222;Eimerkette&#8220;.<br>Weitere Feuersbr\u00fcnste im Dorfe f\u00fchrten dann jedoch zu der Erkenntnis, dass mit der Neuerung auch eine verbesserte Ausbildung der M\u00e4nner f\u00fcr die Brandbek\u00e4mpfung einher gehen m\u00fcsste. Das war mit der bisherigen Pflichtfeuerwehr nicht zu machen. <\/p>\n\n\n\n<p>Wie auch andernorts kam der Gedanke auf, eine neu zu organisierende Freiwillige Feuerwehr zu gr\u00fcnden. Vor allem der R\u00e4tzlinger Lehrer Gustav Nottbohm setzte sich daf\u00fcr ein, dass diese Idee verwirklicht wurde. F\u00fcr den 12. Juni 1892 wurden die M\u00e4nner des Dorfes in das Gasthaus Schr\u00f6der zur Gr\u00fcndung einer Freiwilligen Feuerwehr eingeladen. Von gut 400 Einwohnern erschien die erfreulich gro\u00dfe Anzahl von 65 R\u00e4zlingern. Lehrer Nottbohm informierte ausf\u00fchrlich \u00fcber den Zweck und das Wesen einer Freiwilligen Feuerwehr. In seinem bis heute vorhandenen Protokoll &#8222;Geschehen R\u00e4tzlingen den 12. Juni 1892&#8230;&#8220; schreibt Nottbohm nach Auff\u00fchrung der Namen aller 65 beigetretenen B\u00fcrger unter anderem: &#8222;Nachdem der Lehrer Nottbohm einem Vortrag Zweck und Wesen einer Freiwilligen Feuerwehr dargelegt hatte, erkl\u00e4ren s\u00e4mtliche Anwesenden durch Namensunterschrift ihren Zusammentritt zu der Freiwilligen Feuerwehr R\u00e4tzlingen&#8220;. <\/p>\n\n\n\n<p>Dieselbe war damit gegr\u00fcndet. Lehrer Nottbohm arbeitete danach die Statuten aus, die er am 3. Juli 1892 den Feuerwehrm\u00e4nnern zur Unterschrift vorlegte. Nach Paragraph 2 war beispielsweise Ortseingesessenen, die 18 Jahre alt sind und einen guten Ruf haben, der Eintritt nicht zu verweigern. Der erste Hauptmann war bis 1897 Gemeindevorsteher August Burmester, Johann Perau sein Vertreter. Eine Sirene gab es damals nat\u00fcrlich noch nicht, daf\u00fcr eilten bei Feueralarm der Anbauer Friedrich Schulz und der Haussohn H. Hennings laut auf ihren Feuerh\u00f6rnern blasend durch das Dorf. Erst 1950 l\u00f6ste das Heulen einer Sirene die T\u00e4tigkeit der Hornisten ab.<\/p>\n\n\n\n<p><br>Das zehnj\u00e4hrige Bestehen der Freiwilligen Feuerwehr im Jahre 1902 wurde am 13. Juli besonders gefeiert. Aus diesem Anlass war etwas Besonderes beschlossen worden, n\u00e4mlich die Einkleidung der M\u00e4nner in neue Uniformen. Schneidermeister M\u00fcller war bereit gewesen f\u00fcr einen N\u00e4hlohn von 2,40 Mark die Uniformr\u00f6cke anzufertigen. Ein Meter Stoff kostete 4,30 Mark. Eine Anschaffung, die bei den damaligen L\u00f6hnen nicht allen leichtgefallen sein d\u00fcrfte, doch f\u00fcr ihr Dorf haben die M\u00e4nner gern gegeben. Eine Aufstellung der Eins\u00e4tze mit der Handdruckspritze von 1870, auch bereits durch die Pflichtwehr, nennt bis 1902 f\u00fcnf Br\u00e4nde.<br><br>Eine gro\u00dfe Katastrophe f\u00fcr das Dorf ist dabei, n\u00e4mlich die Brandstiftung vom 15. Juli 1883, durch die vier Wohnh\u00e4user und sieben St\u00e4lle vernichtet wurden. Um 12.30 brach das Feuer aus. Man stelle sich die Panik vor, in der neben den L\u00f6scharbeiten versucht wurde, aus den brennenden Geb\u00e4uden zu retten was zu retten war, allem vorweg das Vieh.<br>Bei weiteren elf gr\u00f6\u00dferen Br\u00e4nden, haupts\u00e4chlich in benachbarten Ortschaften, kam die Handdruckspritze bis 1939 noch zum Einsatz und wurde dann in den Ruhestand verabschiedet. 50 Jahre sp\u00e4ter wurde sie mit sehr viel M\u00fche und in anstrengender Kleinarbeit vollst\u00e4ndig restauriert und sieht seit dem wieder aus wie eben vom Hersteller ausgeliefert.<\/p>\n\n\n\n<p>Kurz vor dem f\u00fcnfzigj\u00e4hrigen Jubil\u00e4um, das im Kriegsjahr 1942 nicht besonders begangen wurde, erhielt die Wehr am 19. Mai ihre erste Magirus-Motorspritze TS 8\/8 mit Anh\u00e4nger. Dieser Typ leistete 800 l\/min. Bei Br\u00e4nden nach Luftangriffen kam sie 1944 in Uelzen zum Einsatz. Nach dem Kriege konnte sich die Freiwillige Feuerwehr R\u00e4zlingen der mehrere Verbesserungen sowohl in der Ausr\u00fcstung als auch bez\u00fcglich der Geb\u00e4ude freuen. 1956 gab es einen neuen Anh\u00e4nger und zwei Jahre sp\u00e4ter auch eine neue TS 8\/8. Eine weitere Aufwertung erfuhr die Wehr 1966 mit dem L\u00f6schgruppenfahrzeug LF 8 Opel Blitz sowie 1977 mit dem zus\u00e4tzlichen Schlauchwagen. Das erste LF 8 wurde nach 24 Jahren Dienstzeit 1990 durch ein Fahrzeug neuester Ausf\u00fchrung LF 8 Iveco Magirus ersetzt.<\/p>\n\n\n\n<p>Bauliche Ver\u00e4nderungen gab es 1953 mit einem Neubau Ger\u00e4tehaus nebst Schlauchturm. Dieses Ger\u00e4tehaus wurde mit 2 Einstellgaragen versehen und diente der als Unterkunft des L\u00f6schfahrzeugs LF 8 und des Schlauchwagens SW 1000. Es wurde ausschlie\u00dflich mit Eigenleistung erstellt. Und weil auch das mit der Zeit nicht mehr ausreichte und den neuen Bestimmungen auch nicht mehr entsprach, musste ein ger\u00e4umigeres erstellt werden. Dieses neue Ger\u00e4tehaus mit Schulungsraum konnte in k\u00fcrzester Zeit wiederum mit viel Eigenleistung durch die Kameraden der Wehr 1997 bezogen werden konnte. <\/p>\n\n\n\n<p>Die M\u00e4nner der Feuerwehr R\u00e4tzlingen sind aber nicht nur einsatzbereit, wenn der &#8222;Rote Hahn&#8220; auf dem Dach sitzt, nein, sie greifen auch helfend ein, wenn die Dorfgemeinschaft ein Fest feiert oder andere Gemeinschaftsarbeiten zu erledigen sind. Ebenso erfreuen sich das Osterfeuerfeuer und die Maifeier gro\u00dfer Beliebtheit. Am zweiten Oktoberwochenende jeden Jahres wird ein gro\u00dfes Fischfest am R\u00e4tzlinger See veranstaltet.<br>Aber auch unsere alten Kameraden wussten Feste zu feiern. Und von einer solchen &#8222;Festarbeit&#8220;, dem Kopfwurstessen mit den Hanstedter Kameraden, wurde auch mal frohgelaunt n\u00e4chtlich per Trecker und Anh\u00e4nger zum Feuerwehrfest nach Molzen gefahren. Mit von der Partie, die an einem Sonnabend begann, war auch ein Feuerwehrkamerad, der zugleich K\u00fcster war. Der hatte den Schl\u00fcssel zur R\u00e4tzlinger Kirche bei sich. Als ihm dann zu vorger\u00fcckter Stunde bewusst wurde, dass er vor dem Gottesdienst noch die Kirche aufschlie\u00dfen musste, war &#8222;Holland in Not&#8220;. Kurzerhand wurde Die Frau eines Kameraden angerufen, die per Leichtmotorrad den Schl\u00fcssel holte &#8211; gerade rechtzeitig, um vor dem Eintreffen der ersten Besucher das Gotteshaus aufzuschlie\u00dfen&#8230;<\/p>\n\n\n\n<p><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Die Freiwillige Feuerwehr R\u00e4tzlingen gibt es bereits \u00fcber 130 Jahre. Gegr\u00fcndet wurde die Wehr am 12. Juni 1892. 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